Terre de Bougies bietet ein umfassendes Sortiment an Ausrüstung und Rohstoffen in Profiqualität für die Kerzenherstellung zu Hause. Doch das Kerzengießen steckt voller technischer Feinheiten, die man am Anfang nicht immer im Griff hat. Es kann also gut sein, dass das Ergebnis nicht auf Anhieb Ihren Erwartungen entspricht.
Sie haben Kerzen aus Sojawachs oder Kokoswachs gegossen und bemerken nun einige Probleme? Ist das normal? Keine Sorge, wir helfen Ihnen gern weiter. Wir haben die häufigsten Schwierigkeiten zusammengestellt, die Ihnen bei der Herstellung von Kerzen aus pflanzlichen Wachsen begegnen können. Folgen Sie einfach unseren Empfehlungen – Sie werden sehen: Solche Ärgernisse gehören künftig der Vergangenheit an!

Woher kommt das Frosting auf meiner Kerze?
Frosting (eine weißliche Reifbildung) entsteht, wenn auf der Wachsoberfläche winzige Kristalle wachsen. Das ist ganz normal, denn jedes Sojawachs bildet mit der Zeit Frosting. Zum Glück ist es ein rein optisches Problem: Es beeinflusst weder das Brennverhalten noch den Duft Ihrer Kreation.

Mögliche Ursachen sind ein zu hoher Ölanteil im Wachs oder ein zu schnelles Abkühlen.
Rühren Sie Ihr geschmolzenes Wachs behutsamer um:
Wird geschmolzenes Sojawachs zu stark gerührt, kann das die Kristallbildung verstärken und/oder beschleunigen – genau daraus entsteht die frostige Optik.
Wärmen Sie Ihre Glasbehälter vor:
Vorgewärmte Glasbehälter können Tempo und Ausmaß der Frostingbildung bei Ihren Sojawachskerzen verringern. Am einfachsten wärmen Sie Ihre Gläser im Backofen vor, den Sie auf die niedrigste Stufe einstellen.
Erwärmen Sie die Gläser auf höchstens 40 °C und passen Sie gut auf, dass Sie sich beim Hantieren mit den heißen Kerzengläsern nicht verbrennen.
Gießen Sie Ihr Wachs bei niedrigerer Temperatur:
Eine niedrigere Gießtemperatur kann helfen, die Kristallbildung beim Aushärten zu verringern.
Lassen Sie Ihre Behälterkerzen langsamer abkühlen:
Lassen Sie Ihre Kreationen bei Raumtemperatur (idealerweise 20 bis 25 °C) an einem zugluftfreien Ort abkühlen. Stellen Sie Ihre Kerzen am besten auf ein Abkühlgitter: Dort kühlen sie gleichmäßiger ab als auf einer festen Unterlage wie einem Tisch. Feste Oberflächen können zudem dem Gefäßboden Wärme entziehen und so dafür sorgen, dass das Wachs zu schnell abkühlt.
Feuchtigkeitsflecken an der Glaswand meiner Kerze
Was an der Wand Ihrer Kerzen in transparenten Gefäßen wie Feuchtigkeitsflecken aussieht, sind in Wirklichkeit Stellen, an denen sich das Wachs beim Abkühlen vom Glas gelöst hat – daher der feuchte Eindruck. Ursache ist, dass das Wachs in manchen Bereichen des Gefäßes schneller abkühlt als in anderen. Ein Teil löst sich vom Glas, während der Rest an der Wand haften bleibt. Es ist das häufigste Haftungsproblem zwischen Wachs und Glas bei Behälterkerzen. Auf das Brennverhalten Ihrer Kreation hat es keinen Einfluss, und es lässt sich leicht mit einem Etikett kaschieren.

Um diese Flecken bei Ihrer nächsten Charge zu vermeiden, probieren Sie die folgenden Schritte aus:
Reinigen Sie Ihre Glasbehälter und wärmen Sie sie vor:
Es empfiehlt sich immer, die Gläser vor dem Gebrauch mit mildem Seifenwasser zu spülen und anschließend gründlich abzutrocknen. Wärmen Sie Ihr Kerzenglas vor dem Gießen im Backofen auf 35 °C vor: So kühlt das Wachs langsamer ab und löst sich nicht von der Glaswand.
Gießen Sie Ihr Wachs langsam:
Wenn Sie das Wachs langsam in die Gefäße gießen, verringern Sie das Risiko, Luft einzuschließen (die ein gleichmäßiges Abkühlen verhindert). Hilfreich ist es auch, direkt nach dem Gießen sanft gegen die Gefäßwände zu klopfen, damit eventuell entstandene Luftblasen entweichen können.
Halten Sie beim Abkühlen Abstand zwischen den Kerzen:
Stellen Sie Ihre Kerzen beim Abkühlen mit etwa 10 cm Abstand oder mehr zueinander auf. Dicht nebeneinanderstehende Glasbehälter halten die Wärme, sodass ihre Wände langsamer abkühlen als der Rest des Gefäßes. Kann die Luft beim Abkühlen frei um Ihre Kreationen zirkulieren, kühlen sie gleichmäßiger ab.
Sie können Ihre Kreationen außerdem auf ein Abkühlgitter statt auf eine feste Unterlage stellen. Feste Oberflächen können dem Gefäßboden Wärme entziehen und so dafür sorgen, dass das Wachs zu schnell abkühlt, schrumpft und sich vom Glas löst.
Die Oberfläche ist rau …
Es kann ziemlich frustrierend sein, auf Ihren abgekühlten Kerzen eine raue, wenig ansehnliche Oberfläche zu entdecken. Bei der Arbeit mit Sojawachs kommt das häufig vor. Während Ihre Behälterkerzen abkühlen, bildet das Wachs ganz natürlich feste Kristalle. Im Idealfall sind diese Kristalle schön gleichmäßig und verleihen dem Wachs jenes glatte, cremige Aussehen, für das Sojawachs bekannt ist. Kühlt das Wachs jedoch zu schnell oder zu langsam ab oder enthält es kleine Luftblasen, wird die Oberfläche Ihrer Kreation eher rau.

Keine Sorge: Mit einigen Maßnahmen können Sie solchen Unregelmäßigkeiten vorbeugen und sie beheben:
Vermeiden Sie zu starkes Rühren:
Zu kräftiges Rühren kann Luftblasen in Ihr geschmolzenes Sojawachs bringen, die zu Unregelmäßigkeiten an Ihren fertigen Kerzen führen können. Wenn Sie Luftblasen bemerken, klopfen Sie direkt nach dem Gießen sanft gegen das Gefäß, damit die Blasen nach oben steigen und entweichen können.
Passen Sie Ihre Gießtemperatur an:
Die perfekte Gießtemperatur zu finden, erfordert unter Umständen einige Versuche. Verändern Sie Ihre Gießtemperatur zunächst um ± 5 °C. Mit der richtigen Temperatur kühlen Ihre Kreationen gleichmäßiger ab, und das Risiko von Unregelmäßigkeiten sinkt.
Kaschieren Sie die Unregelmäßigkeit mit einer Wachsschicht:
Wenn Sie Kerzen gießen – vor allem, wenn Sie gerade erst anfangen oder häufig mit Unregelmäßigkeiten zu kämpfen haben –, sollten Sie immer etwas Wachs zurückbehalten, um es erneut zu schmelzen und damit Makel an Ihren abgekühlten Kreationen zu überdecken. Gießen Sie eine etwa 3 mm dicke Schicht geschmolzenes Wachs auf Ihre Kerze, um Unebenheiten an der Oberfläche zu kaschieren.
Schmelzen Sie die Oberfläche mit einer Heißluftpistole an:
Kleinere Makel lassen sich mit einer Heißluftpistole (auch Heißluftgebläse genannt), die Sie in unserem Shop finden, leicht beheben. Stellen Sie die Heißluftpistole auf eine niedrige Temperatur und halten Sie sie recht nah an die Stelle des Gefäßes, die Sie ausbessern möchten. Lassen Sie das Sojawachs leicht anschmelzen: So verschwinden die meisten kleinen Unebenheiten an der Oberfläche.
Meine Kerze hat Risse
Häufig zeigt sich in etwa 2,5 cm Entfernung vom Docht ein sehr feiner, ringförmiger Riss. Er entsteht durch das Zusammenspiel zweier Faktoren: Das Wachs zieht sich beim Abkühlen leicht zusammen, und am Gefäßboden sind winzige Luftblasen eingeschlossen. Sobald das Wachs fest geworden ist, sinkt es dort, wo die Luftblase einen Hohlraum hinterlassen hat, ein wenig ein. Keine Sorge: Das Brennverhalten Ihrer Kerze wird dadurch nicht beeinträchtigt.

Klopfen Sie sanft auf das Gefäß:
Wenn Sie Ihr Gefäß behutsam auf die Arbeitsfläche klopfen, können im Wachs eingeschlossene Luftblasen entweichen. Natürlich nicht zu fest – sonst zerbricht Ihr Glas!
Stellen Sie Ihr Gefäß erhöht auf:
Stellen Sie Ihre Kreationen zum Abkühlen erhöht auf ein Abkühlgitter. Feste Oberflächen können dem Kerzenboden Wärme entziehen, sodass er zu schnell abkühlt. Mehr Luftzirkulation unter der Kerze sorgt für ein gleichmäßigeres Abkühlen.
Passen Sie Ihre Gießtemperatur an:
Wie beim vorherigen Problem gilt: Mit der richtigen Temperatur kühlen Ihre Kerzen gleichmäßiger ab, und das Risiko von Unregelmäßigkeiten sinkt.
Gießen Sie zusätzliches heißes Wachs nach:
Schmelzen Sie Wachsreste oder das zuvor beiseitegelegte Wachs. Gießen Sie langsam eine ausreichende Schicht von etwa 3 mm auf die Kerze, um Löcher und Risse zu füllen und eine glatte Oberfläche zu erhalten.
Haben Sie kein Sojawachs mehr übrig, können Sie die Oberfläche mit einer Heißluftpistole anschmelzen und so die Risse füllen. Unter Umständen sind ein oder zwei Durchgänge nötig, bis die Oberfläche ganz glatt ist.
Warum ist mein Wachs klumpig oder feucht?
Sojawachs ist ein Naturprodukt und kann von Charge zu Charge leicht variieren. Mal erhalten Sie ölige Flocken, die zusammenkleben, mal sind sie sehr trocken. Ist das Wachs klumpig oder ölig, liegt das in der Regel an der Umgebungstemperatur oder an einem höheren Ölgehalt im Wachs.

Kein Grund zur Sorge: Mit folgendem Tipp können Sie wie gewohnt weiterarbeiten.
Erhitzen Sie das Wachs auf 85 °C:
Ist das Verklumpen Ihres Wachses auf zu viel Feuchtigkeit zurückzuführen, erhitzen Sie es auf 85–95 °C und halten Sie diese Temperatur 5 bis 10 Minuten lang, damit die Feuchtigkeit verdunsten kann.
Luftblasen im Wachs
Bei der Herstellung wird das Sojaöl, aus dem später Sojawachs wird, ständig gerührt und bewegt – dabei gelangt Luft in das Öl. Ein Teil dieser Luft kann während der Verarbeitung im Wachs eingeschlossen bleiben und wird freigesetzt, wenn Sie das Wachs bei der Kerzenherstellung schmelzen.

Enthält Ihr Wachs zu viel Luft, bemerken Sie beim Erhitzen womöglich eine leicht schaumige Konsistenz und Bläschen, die an die Oberfläche steigen. Vielleicht hören Sie auch ein Knistern, ähnlich wie beim Frittieren.
Lassen Sie die Luftblasen entweichen:
Rühren Sie das Wachs langsam um, damit die eingeschlossene Luft entweichen kann. Machen Sie so lange weiter, bis das Knistern aufhört und keine Bläschen mehr zu sehen sind.
Rühren und mischen Sie Ihre Zutaten behutsam:
Wenn Sie das Wachs zu kräftig rühren, entstehen Luftblasen. Rühren Sie daher sanft, um keine zusätzliche Luft einzubringen.
Erhitzen Sie Ihr Wachs langsam auf 85–95 °C:
Wenn Sie viel Knistern hören, erhitzen Sie das Wachs auf 85–95 °C, damit die eingeschlossene Luft entweicht.
Warum ist das Wachs meiner Kerze trüb?
Wie bereits erklärt, wird Sojaöl bei der Herstellung ständig gerührt, wodurch Luft in das Öl gelangt. Wenn Sie Ihr Sojawachs schmelzen, wird es dabei normalerweise nach und nach klar. Manchmal stellen Sie jedoch fest, dass das Wachs im Gegenteil trüb wird – so wie beim Abkühlen und Erstarren nach dem Gießen. Der Grund: Während der Herstellung wurde Luft oder Wasser im Wachs eingeschlossen.

Erhitzen Sie das Wachs auf 85 bis 95 °C:
Halten Sie das Wachs auf 85 bis 95 °C, damit die gesamte eingeschlossene Feuchtigkeit verdunsten kann.
Geben Sie dem Wachs Zeit zum Auslüften:
Ist die Trübung auf eingeschlossene Feuchtigkeit zurückzuführen, lassen Sie Ihren Wachsbeutel offen, statt ihn zu verschließen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
Lagern Sie das Wachs kühl und trocken:
Lagern Sie das Wachs an einem kühlen, trockenen Ort: So verdunstet überschüssige Feuchtigkeit, und Sie verhindern, dass sie sich im Beutel ansammelt.
Warum verfärbt sich mein Wachs?
Ob Sie Ihre Kreationen einfärben oder ohne Farbe belassen: Früher oder später werden sie von natürlichem und/oder künstlichem Licht beeinflusst! So wie Sonnenlicht weiße Stoffe vergilben und kräftige Farben verblassen lässt, beginnen ungefärbte Kerzen zu vergilben, und eingefärbtes Wachs verblasst mit der Zeit. Hinzu kommt der Duft: Duftöle mit hohem Vanillingehalt und viele Zitrusdüfte können das Wachs innerhalb von 24 Stunden gelblich färben. Duftöle mit geringem Vanillinanteil sowie blumige Düfte können dagegen nach und nach zu einer Vergilbung führen.

Verwenden Sie einen UV-Stabilisator:
Sonnenlicht lässt eingefärbte Kerzen verblassen. Ein UV-Stabilisator wirkt für sie wie ein Sonnenschutz: Er blockiert das UV-Licht und verhindert so Verfärbung und Vergilben. Wichtig: Die Vergilbung durch Vanillin in Duftölen ist ein eigenes Problem, das der UV-Stabilisator nicht löst.
Geben Sie eine kleine Menge elfenbeinfarbene Kerzenfarbe hinzu:
Vergilbt Ihre Kerze, weil Ihre Duftöle Vanillin enthalten, geben Sie eine kleine Menge Kerzenfarbe in Elfenbein oder Creme hinzu. So neutralisieren Sie den Gelbstich und erhalten einen natürlicheren, gleichmäßigeren Sojawachston.
Setzen Sie vanillinhaltige Duftöle so sparsam wie möglich ein:
Vanillin ist dafür bekannt, Wachs zu verfärben. Wenn UV-Stabilisator oder elfenbeinfarbene Kerzenfarbe nicht ausreichend wirken, sollten Sie vanillinhaltige Duftöle möglichst wenig verwenden.
Lochbildung
Bei der Herstellung kann Luft im Sojawachs eingeschlossen werden. Wenn Sie es zu Hause schmelzen, sehen oder hören Sie manchmal, wie ein Teil dieser Luft entweicht.

Während das Wachs abkühlt und aushärtet, bahnt sich die Luft ihren Weg nach oben und entweicht. Härtet die Kerzenoberfläche jedoch aus, bevor die Luft entweichen konnte, bleibt sie eingeschlossen. Beim Erstarren hinterlässt die Lufttasche einen Hohlraum im Wachs, und die Oberfläche darüber sackt ein. Diese Löcher sind manchmal winzig, können aber auch bis zu 2 cm tief in die Kerze reichen.
Gießen Sie zusätzliches geschmolzenes Wachs nach:
Erwärmen Sie Wachsreste oder das Wachs, das Sie eigens dafür beiseitegelegt haben. Gießen Sie es dann langsam in einer ausreichenden Schicht auf die Kerze, um die Löcher zu füllen und eine glatte Oberfläche zu erhalten.
Schmelzen Sie die Oberfläche an:
Haben Sie kein Wachs mehr übrig, können Sie die Oberfläche mit einer Heißluftpistole anschmelzen und so die Löcher füllen. Unter Umständen sind ein oder zwei Durchgänge nötig, bis die Oberfläche ganz glatt ist.
Kontrollieren Sie das Wachs und entfernen Sie vorhandene Luftblasen:
Beobachten Sie das Wachs beim Schmelzen genau, um sichtbare Luftblasen zu erkennen, und rühren Sie behutsam, damit sie an die Oberfläche steigen. Klopfen Sie das Gefäß nach dem Gießen vorsichtig auf die Arbeitsfläche, damit eingeschlossene Luft entweichen kann.
Gießen Sie bei niedrigerer Temperatur und wärmen Sie Ihre Gefäße vor:
Gießen Sie Ihr Wachs bei einer niedrigeren Temperatur: Je niedriger die Temperatur, desto geringer die Schrumpfung. Auch vorgewärmte Gefäße können das Schrumpfen verringern.
Fazit
Jetzt kennen Sie alle Probleme, die Ihnen bei der Herstellung von Sojawachskerzen begegnen können. Kontaktieren Sie uns gern, auch wenn Sie auf ein Problem stoßen, das in diesem Artikel nicht behandelt wird. In der Zwischenzeit: Entdecken Sie pflanzliches Stearin und seine wenig bekannten Einsatzmöglichkeiten.