So meistern Sie die Herstellung eigener Kerzen
Mit dem Aufschwung des Selbermachens – Do It Yourself (DIY) – und der Begeisterung für schöne Inneneinrichtung hat der Kerzenmarkt einen regelrechten Boom erlebt. Behälterkerzen und Formkerzen mit Duft selbst herstellen liegt deshalb voll im Trend – ob aus Freude am kreativen Gestalten oder mit dem Ziel, ein eigenes Geschäft zu gründen. In den letzten Jahren hat sich diese Entwicklung weltweit verstärkt, nicht zuletzt durch die verschiedenen Lockdowns während der COVID-19-Pandemie, die die Begeisterung zusätzlich befeuert haben.

Heute werden Kerzen zu vielen Anlässen verwendet: als Lichtquelle, zur Dekoration, zur Meditation, zur Entspannung … Sie schaffen eine angenehme Atmosphäre im Zuhause und sind in den unterschiedlichsten Größen und Formen erhältlich. Die bekanntesten unter ihnen, die Duftkerzen, verströmen Düfte, die Ihre Sinne wecken.
Für uns ist Kerzenherstellung wie Kochen: Zutaten, Rezepte und ein präzises, anspruchsvolles Handwerk, das man sich erst mit der Zeit aneignet. Nach und nach werden Sie merken, dass Ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt sind!
Am Anfang kann das allerdings ganz schön entmutigend sein – das verstehen wir gut! Deshalb haben wir einen umfassenden Ratgeber zur Kerzenherstellung zusammengestellt. Wir verraten Ihnen alle Techniken!
Ausführliche Einsteiger-Ratgeber für Ihre selbst gemachten Kerzen
Die Duftöle haben wir bewusst nicht einbezogen. Der Grund? Duftöle eignen sich nicht nur für Kerzen, sondern auch für Seifen und Raumdüfte. Unser eigener Ratgeber dazu ist jetzt verfügbar. Dort erfahren Sie alle Geheimnisse unserer Duftöle.
Die Geschichte der Kerze im Wandel der Zeit
Kerzen werden seit der Antike verwendet, um Licht und Wärme zu spenden, aber auch für religiöse Rituale. Die ersten Kerzen wurden aus Rohstoffen wie tierischem Fett (Talg) hergestellt.
Das französische Wort für Kerze, „bougie“, geht auf den Namen einer algerischen Stadt zurück, Bugāya (heute Béjaïa).
Diese Stadt war im Mittelalter für ihr Bienenwachs berühmt, das nach Europa exportiert und zur Herstellung hochwertiger Kerzen verwendet wurde.
Ursprünglich bezeichnete das Wort das Wachs aus dieser Stadt, bevor es auf die daraus gefertigten Gegenstände überging. Im Französischen ist der Begriff „bougie“ seit dem 14. Jahrhundert belegt.
Im Mittelalter wurden Kerzen also aus Bienenwachs hergestellt und waren ein Luxus, der dem Adel und dem Klerus vorbehalten war. Das einfache Volk beleuchtete seine Räume mit Öllampen oder Fackeln. Im Laufe der Zeit entwickelten sich die Herstellungsverfahren weiter, sodass Kerzen einem immer breiteren Publikum zugänglich wurden.
Im 19. Jahrhundert brachte die industrielle Revolution neue Verfahren zur Kerzenherstellung hervor, etwa die Serienfertigung und die Verwendung neuer Rohstoffe wie Paraffinwachs. Diese Innovationen machten Kerzen noch erschwinglicher und trugen zu ihrer wachsenden Beliebtheit bei.
Die verschiedenen Kerzenarten
Am beliebtesten sind natürlich handgemachte Duftkerzen. Doch jede Kerzenart eignet sich als Geschenk.
Kerzen sind ideal zum Verschenken oder um Ihr Zuhause zu einem erschwinglichen Preis zu verschönern. Aber kennen Sie wirklich alle Kerzenarten? Wir stellen sie Ihnen vor!

Behälterkerzen
Ihre Wachsmischung wird in hitzebeständige Gläser oder Gefäße gegossen und brennt später auch in genau diesem Gefäß ab.
Die meisten Duftkerzen sind Behälterkerzen. Dazu gehören außerdem:
- Das Teelicht: Es kann als Behälterkerze gelten, wenn es in einer Teelichthülle aus Aluminium verwendet wird. Es dient zur Dekoration oder als Wärmequelle für Duftlampen.
- Die Gourmand-Kerze: Meist beduftet, erinnert sie mit süßen, wohligen Duftnoten an kulinarische Köstlichkeiten und ist oft verführerisch gestaltet, ganz im Stil eines Desserts.
- Die Massagekerze: Sie wird ebenfalls im Gefäß gegossen, und zwar aus einem Wachs mit niedrigem Schmelzpunkt. Nach dem Auslöschen können Sie das geschmolzene Wachs als Massageöl entnehmen, ohne sich zu verbrennen. Ideal für zärtliche Momente zu zweit!
- Die Gelkerze: eine Kerze aus Paraffingel.
Formkerzen
Formkerzen entstehen, indem eine Wachsmischung in eine Form aus Silikon, Latex oder Polycarbonat gegossen und nach dem Aushärten aus der Form gelöst wird.
Wenn Sie Ihrer Kreation eine originelle Note verleihen möchten: Es gibt unzählige Formen und ausgefallene Möglichkeiten zu entdecken! Sie können Formkerzen sogar beduften, allerdings nur in Grenzen, denn der Duft verfliegt im kalten Zustand schnell. In jedem Fall werden Formkerzen vor allem zur Dekoration Ihrer Räume verwendet.
Es gibt verschiedene Arten von Formkerzen:
- Die klassische Formkerze, auch Stumpenkerze genannt: Ihre kleine Schwester ist die Votivkerze. Sie ist genauso aufgebaut, aber deutlich kleiner und eignet sich perfekt als Tischdekoration.
- Das Teelicht: eine kleine, runde Kerze. Ein Teelicht aus Wachs sorgt für eine gemütliche Atmosphäre und setzt als Tischdeko schöne Akzente. Es hat eine vergleichsweise lange Brenndauer.
- Die Schwimmkerze: eine kleine Formkerze, die wie ein auf dem Wasser schwimmender Wachsfondant aussieht.
- Das Wachswindlicht: Es dämpft das Licht einer Lichtquelle. Heute ist es vor allem als LED-Variante verbreitet.
- Die Votivkerzen: kleine Formkerzen von etwa 5,5 cm Höhe, leicht konisch geformt. Sie werden in speziellen Gefäßen abgebrannt, damit die Flamme gleichmäßig und lange brennt, und häufig im religiösen oder spirituellen Kontext als Opfergabe zu Gebeten oder Andachten verwendet.
- Die Altar- oder Stabkerze: Sie ist lang und schlank und häufig in Kirchen und anderen religiösen Stätten zu finden. Sie lässt sich auch durch Tauchen herstellen.
Gezogene Kerzen
Gezogene Kerzen entstehen durch Eintauchen in Wachsbäder. Sie können mehrfach getaucht werden, um mit mehreren Schichten unterschiedliche Effekte zu erzielen.
Genau darauf beruht auch die Schnitzkerze: Für diese Technik auf Paraffinbasis bereiten Sie Ihre Tauchbäder in einer oder mehreren Farben vor. Durch das Schnitzen und die übereinanderliegenden Farbschichten entstehen Kerzen von großer künstlerischer Schönheit. Heute sind sie allerdings weniger gefragt.
Wie bereits erwähnt, lässt sich auch die Altar- oder Stabkerze durch Tauchen herstellen.
Wichtige Sicherheitsmaßnahmen vor der Kerzenherstellung
Bevor Sie loslegen, sollten Sie unbedingt Vorkehrungen treffen, um die Risiken beim Umgang mit chemischen Produkten und heißem Wachs so gering wie möglich zu halten. Wir empfehlen allen Kundinnen und Kunden, insbesondere Schwangeren und Menschen mit Vorerkrankungen, geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
Schützen Sie sich wirksam
- Schutzbrille, um Ihre Augen vor Spritzern zu schützen.
- Handschuhe, um Hautreizungen zu vermeiden.
- Körperbedeckende Kleidung, um Verbrennungen vorzubeugen.
Arbeiten Sie in einem gut belüfteten Raum, damit Sie keine schädlichen Dämpfe einatmen.
Halten Sie sich an die Anweisungen
Befolgen Sie die Herstellungsanleitungen sorgfältig und verzichten Sie auf leichtsinnige Experimente. Gehen Sie mit allen Produkten umsichtig um.
Lesen Sie die Sicherheitsdatenblätter
Informieren Sie sich in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) der einzelnen Produkte über die jeweils erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen.
Fazit
Damit haben wir Ihnen die Welt der Kerzen mit allen wichtigen Kerzenarten vorgestellt. Entdecken Sie unsere Ratgeber und werden Sie zum Profi in der Kerzenherstellung. Zum Einstieg sollten Sie wissen, welches Wachs zu welcher Kerzenart passt. Dazu empfehlen wir Ihnen unseren Ratgeber zu Kerzenwachsen.