Die Verbrennung ist ein chemischer Prozess, bei dem komplexe Moleküle in kleinere, stabilere Moleküle zerfallen, indem sich die Bindungen zwischen den Atomen neu anordnen. Im weiteren Verlauf des Abbrands entsteht Wärme, die das Wachs schmilzt; das flüssige Wachs dient der Flamme als Brennstoff. Der Kerzendocht transportiert es nach oben zur Flamme. Wachs und Umgebungsluft sind die beiden unverzichtbaren Elemente, damit die Flamme weiterbrennt.
Sie wissen jetzt, wie Sie einen Docht richtig einsetzen. Hier finden Sie eine Liste verschiedener Probleme, die bei Kerzendochten auftreten können. Dazu zeigen wir Ihnen Lösungen in wenigen einfachen Schritten.
Problematische Stellungen und Zustände eines Kerzendochts
Die Stellung Ihres Dochts oder sein Verhalten beim Abbrennen kann Ihnen Probleme bereiten. All diese Situationen lassen sich ganz einfach lösen. Wir zeigen Ihnen, wie!

Korkenzieherartig verdrehter Docht
Das kann an einer ungleichmäßigen Fadenspannung beim Flechten liegen oder an zwei Fäden mit unterschiedlicher Garnstärke. Eine weitere mögliche Ursache: Die Dochtstränge überkreuzen sich, bevor der Docht in die Kerze eingesetzt wird.

Zu dicker Docht
Die Flamme ist zu groß für den Durchmesser der Kerze und rußt.
Zu gerader Docht

Größere Mengen an Kohlenstoffrückständen sind wahrscheinlich das häufigste und lästigste Problem, das das Brennverhalten Ihres Kerzendochts beeinträchtigt. Der Docht krümmt sich nicht, und seine Spitze erreicht nicht den äußeren Bereich der Flamme, wo die Temperatur am höchsten ist und der Kohlenstoff vollständig verbrennt.
2 mögliche Ursachen:
- Papierfäden, Papier oder andere dem Docht beigemischte Stoffe verhindern, dass er sich krümmt.
- Verunreinigungen wie Hartwachs, Additive, Farbstoffe oder Duftstoffe verstopfen den Docht und hindern ihn daran, sich zu krümmen.

Zu dünner Docht
Die Flamme schmilzt mehr Wachs, als der Docht verbrennen kann. Die Mulde füllt sich mit flüssigem Wachs, das schließlich überläuft oder ausläuft.

Umgefallener Docht
Der Docht sitzt zu locker in der Kerze. Das passiert bei gegossenen Kerzen, wenn die Dochte zu viel Spiel haben.

Zu kurzer Docht
Der Docht wird durch Verunreinigungen im Kerzenmaterial beschädigt. Die Flamme wird kleiner, die entstandene Mulde füllt sich mit flüssigem Wachs, und die Kerze läuft aus. Im Extremfall kann die Kerze sogar erlöschen. Ursache sind anorganische Verunreinigungen im Wachs: Hartwachs, künstliches Wachs, Farbstoffe (insbesondere Pigmente) und Duftöl.

Rauchender Docht
Diese Art von Ruß entsteht durch Zugluft. Stellen Sie Ihre Kerze daher nicht in die Zugluft.

Zu stark gekrümmter Docht
Ursache kann Paraffin (mit hohem Penetrationswert) oder eine unzureichende Präparation des Dochts sein. Ein speziell präparierter Docht hält Paraffin besser stand als ein herkömmlich präparierter.

Docht mit Ascherückständen
Diese Asche entsteht durch Verunreinigungen im Wachs. Unverbrannte Stoffe lagern sich an der Dochtspitze in Form feiner Fäden oder manchmal sogar als Doppeldocht ab.
Häufige Dochtprobleme im Überblick
Manche Probleme mit Ihrer Kerze lassen sich auf ein Dochtproblem zurückführen.
Warum bildet sich an meiner Kerze ein Pilzkopf?

Die „Pilzform“, die man nach dem Abbrennen manchmal an der Spitze eines Kerzendochts sieht, ist das Ergebnis einer Kohlenstoffansammlung. Sie entsteht, wenn die Flamme mehr Brennstoff (Wachs + Duftöl + Farbstoff) aufnimmt, als sie verbrennen kann.
Das ist ein häufiges Phänomen, aber Sie können einiges dagegen tun!
Verwenden Sie weniger Duftöl und/oder Farbstoff
Mit weniger Duft- und Farbstoffen stellen Sie sicher, dass die Flamme das gesamte Material im Docht richtig verbrennt. Denken Sie daran: Für einen intensiven Duft brauchen Sie nicht unbedingt eine sehr große Menge Duftöl. Das kann sogar den gegenteiligen Effekt haben und die Duftentfaltung Ihrer Kreation beeinträchtigen.
Kürzen Sie den Docht nach jedem Gebrauch
Manche Dochtserien neigen stärker zur Pilzkopfbildung als andere. Achten Sie darauf, Ihren Docht bei jedem Gebrauch der Kerze um 0,5 cm zu kürzen.
Verwenden Sie einen kleineren Docht
Wenn sich kurz nach dem Anzünden ein sehr tiefer Brennteller bildet – mehr als 1,5 cm in 30 Minuten – und Sie übermäßigen Rauch oder Ruß am Behälter bemerken, versuchen Sie es mit einer kleineren Dochtgröße aus derselben Serie.
Zu viel Ruß und eine zu große Flamme

Wenn Sie eine Kerze brennen lassen, bemerken Sie vielleicht, dass etwas Rauch von der Flamme aufsteigt. Das ist normal. Alles, was brennt, erzeugt Rauch, doch eine gut gemachte Kerze gibt keine übermäßigen Mengen an sichtbarem Rauch ab.
Wenn Sie viel Rauch von der Flamme aufsteigen sehen, kann das ein Zeichen dafür sein, dass Sie Ihren Herstellungsprozess und/oder Ihre Materialien anpassen sollten.
Wenn eine Kerze stark rußt, liegt das oft an einem zu dicken Docht, an Verunreinigungen im Brennteller oder an Zugluft!
Überprüfen Sie Größe und Serie Ihres Dochts
Etwas Rauch ist zu erwarten, übermäßiger Rauch ist jedoch ein Zeichen dafür, dass Sie möglicherweise die falsche Dochtgröße verwenden. Sehen Sie eine dichte, gleichmäßige Rauchfahne über der Flamme, große Rauchwolken, ständig Rauch vom Docht aufsteigen oder übermäßigen Rauch oder Ruß, der sich am Behälter absetzt? Dann sollten Sie eine kleinere Dochtgröße wählen. Vergewissern Sie sich auch, dass Sie einen Docht aus der empfohlenen Serie verwenden.
Reduzieren Sie die Duftölmenge
Ist die Duftölmenge zu hoch, kann die Flamme den überschüssigen Duft verbrennen, der sich nicht mit dem Wachs verbinden konnte. Dabei entsteht schwererer und dunklerer Rauch als sonst. Die empfohlene Höchstmenge an Duftöl ist selten nötig. Die meisten Düfte sind bei 6, 8 oder 10 % schon intensiv genug. Überschreiten Sie 10 % nicht, auch wenn Ihr Wachs laut Angabe mehr aufnehmen kann.
Probieren Sie eine andere Dochtserie aus
Wenn Sie bereits andere Dochtgrößen derselben Serie ausprobiert haben und weiterhin Probleme auftreten, testen Sie eine andere Dochtserie.
Warum geht der Docht meiner Kerze immer wieder aus?

Der Hauptgrund dafür, dass Ihr Docht nicht weiterbrennt, ist oft ein zu kleiner oder ein durch Farbstoffe verstopfter Docht.
Verwenden Sie einen größeren Docht
Ist der Docht zu klein, kann er nicht den gesamten Brennstoff (Wachs + Duftöl) effizient verbrennen und nicht genug Wärme erzeugen – und erlischt. Probieren Sie eine größere Dochtgröße aus derselben Serie.
Verwenden Sie weniger Farbstoff und Duftöl in Ihrer Kerze
Mit weniger Duftöl und Farbstoff stellen Sie sicher, dass die Flamme das gesamte Material im Docht richtig verbrennt.
Der Docht sitzt nicht mittig

Bei der Herstellung Ihrer Kerze ist es entscheidend, den Docht richtig zu platzieren, damit Ihre Kreation sauber und gleichmäßig abbrennt (vorausgesetzt, Sie haben vorher den passenden Docht gewählt). Sitzt der Docht zu weit seitlich oder steht er schief, brennt Ihre Kerze womöglich nur auf einer Seite ab. In extremen Fällen kann ein Docht, der zu nah an der Behälterwand sitzt, das Glas überhitzen und zum Zerspringen bringen.
Damit Ihr Docht beim Gießen mittig bleibt, verwenden Sie am besten eines der Hilfsmittel, die wir Ihnen in unserem Shop anbieten. Unsere Docht-Klebepads eignen sich perfekt, um den Docht beim Eingießen des Wachses am Boden Ihres Behälters zu fixieren. Das andere Hilfsmittel aus unserem Sortiment ist unser Dochtzentrierer. Er ist ebenfalls online erhältlich und sorgt dafür, dass Ihr Docht während des Abkühlens gerade und senkrecht bleibt.
Verwenden Sie einen Dochtzentrierer
Mit einem Dochtzentrierer stellen Sie ganz einfach sicher, dass Ihr Docht in der Mitte Ihres Behälters sitzt. Er lässt sich außerdem problemlos bei Kerzen mit mehreren Dochten verwenden und sorgt dort für gleichmäßige Abstände zwischen den Dochten.
Halten Sie den Docht gespannt, während das Wachs abkühlt
Achten Sie beim Befestigen darauf, dass Ihr Docht gut gespannt ist. Ist er zu locker, kann er sich verbiegen und beim Aushärten der Kerze aus der Mitte wandern.
Der Brennteller ist zu klein

Es dauert eine Weile, bis sich ein Brennteller über den gesamten Durchmesser des Behälters bildet: In der Regel braucht er etwa 1 Stunde, um sich um 2 bis 3 cm zu verbreitern. Hat Ihre Kerze so lange gebrannt, wie es der Größe Ihres Behälters entspricht, und hat das geschmolzene Wachs den Rand trotzdem nicht erreicht, dann erzeugt die Kerze nicht genug Wärme für die gesamte Fläche des Brenntellers.
Verwenden Sie einen größeren Docht
Zu kleine Brennteller entstehen, weil die Kerze nicht genug Wärme erzeugt.
Der Docht brennt also nicht heiß genug, um einen Brennteller über den gesamten Durchmesser Ihrer Kerze zu bilden. Bleiben Sie bei derselben Dochtserie, aber wählen Sie eine andere Größe.
Kürzen Sie Ihren Docht nicht zu stark
Wenn Sie Ihren Docht zu stark kürzen, kann die Kerze unter Umständen nicht genug Wärme für einen ausreichend großen Brennteller erzeugen. Achten Sie darauf, dass Ihr Docht auf eine Länge zwischen 0,6 und 1,2 cm gekürzt ist.
Geben Sie dem Brennteller genug Zeit, sich zu bilden
Bis sich ein vollständiger Brennteller gebildet hat, kann es lange dauern. Brennt Ihre Kerze eine Stunde lang, entsteht ein Brennteller von 2 bis 3 cm. Bei einem Behälter mit 6 cm Durchmesser brauchen Sie also 2 bis 3 Stunden Brenndauer.
Verwenden Sie einen Wachszusatz
Ihr Wachs kann auch zu hart sein. Versuchen Sie es dann mit einem Wachszusatz wie Bienenwachs, um es weicher zu machen.
Eine Kerze retten, die sich aushöhlt oder einen Tunnel bildet

Zur Tunnelbildung kommt es, wenn ein Docht zu viel Brennstoff (Wachs + Duftöl) zu schnell aufnimmt, und zwar in einem Tempo, das er nicht bewältigen kann. Statt das Wachs bis zum Rand zu schmelzen, brennt er einen Tunnel in die Mitte der Kerze und lässt am Rand ungeschmolzenes Wachs zurück.
Verwenden Sie einen größeren Docht
Ist der Docht zu klein, kann er nicht den gesamten Brennstoff (Wachs + Duftöl) effizient verbrennen und nicht genug Wärme für einen vollständigen Brennteller erzeugen. Probieren Sie eine größere Dochtgröße aus derselben Serie.
Verwenden Sie einen kleineren Docht
Ist der Docht zu groß, nimmt er zu schnell zu viel Brennstoff auf. Dadurch entsteht zu viel Wärme, und nur die Mitte Ihrer Kerze schmilzt. Das kommt seltener vor, aber es passiert. Die Lösung: Wenn Sie bereits eine Dochtgröße höher gegangen sind und der Brennteller dadurch kleiner geworden ist, wählen Sie stattdessen eine Größe kleiner.
Fazit
Mit unseren umfassenden Ratgebern zu Dochten sollten Kerzendochte nun keine Geheimnisse mehr für Sie haben! Sie haben noch Fragen? Unser Kundenservice beantwortet sie Ihnen gern ganz genau!