Sie kennen nun die verschiedenen Dochtarten und wissen auch, wie Sie den passenden auswählen. Jetzt geht es darum, den Docht für Ihre Duftkerze richtig einzusetzen. Dafür sollten Sie einige grundlegende Techniken kennen. Außerdem können Sie einen Brenntest durchführen, um sicherzugehen, dass er einwandfrei funktioniert.
Den Docht vorbereiten und optimal einsetzen
Nachdem Sie den Docht gewählt haben, der am besten zu Ihrer Duftkreation passt, sollten Sie einige Techniken kennen, damit er länger zuverlässig brennt und ein schöneres Ergebnis liefert. Voraussetzung ist also, dass Sie einen passenden Docht gewählt haben, vor allem in der richtigen Größe.
Wenn Sie Holzdochte verwenden, empfehlen wir Ihnen dringend, Ihrem Wachs Stearin oder Bienenwachs als Zusatz beizugeben.
Dadurch wird Ihr weiches, öliges Wachs fester, und der Holzdocht geht nicht aus. So erzielen Sie ein besseres Ergebnis und verringern das Risiko, dass der Docht erlischt.
In welche Richtung wird der Docht eingesetzt?
Achten Sie auf die richtige Einsetzrichtung Ihres Dochts, damit er optimal brennt. Bei Kreationen aus Bienenwachs ist diese Regel entscheidend, bei anderen Wachsen spielt sie eine deutlich geringere Rolle. Bei geflochtenen Dochten (etwa Rund- oder Flachdochten) müssen die Fäden immer nach oben zeigen. Die V-förmige Struktur auf der abgeflachten Seite eines Runddochts muss sich zur Kerzenspitze hin öffnen.
Verwenden Sie Dochtfüße am Behälterboden
Dochtfüße aus Metall halten Ihren Docht am Behälterboden gerade. Bei Formkerzen bietet der Dochtfuß zusätzlich eine nicht zu unterschätzende Sicherheit: Er schützt am Ende der Brenndauer die Unterlage, auf der Ihre Kerze steht.
Zentrieren Sie Ihren Docht
Ein gut zentrierter Docht sorgt dafür, dass Sie kein Wachs verschwenden. Ihre Kerze bildet keinen Tunnel und brennt gleichmäßig ab. Prüfen Sie regelmäßig, ob Ihr Docht noch mittig sitzt.
Wie halten Sie einen Kerzendocht gerade?
Beim Eingießen des Wachses in den Behälter empfehlen wir Ihnen dringend einen Dochtzentrierer, damit der Docht stabil steht. Gewachste Dochte sind am steifsten und lassen sich daher am leichtesten gerade halten.
Befestigen Sie Ihren Docht anschließend mit einer der 3 folgenden Möglichkeiten am Behälterboden:
- Selbstklebende Dochtpads: Die praktischen Pads haben eine kleine Filzschicht, die auch auf „unebenen“ Behälterböden besser haftet.
- Klebewachs aus Paraffin: Die klebrigen Wachsplättchen sorgen dafür, dass der Dochtfuß zuverlässig am Behälterboden haftet.
- Gießen Sie eine 1 mm dünne Schicht Ihres Wachses auf den Boden!
Der allererste Abbrand sollte 1 bis 2 Stunden dauern. Lassen Sie dabei einen Brennteller entstehen, um Problemen vorzubeugen.
Warum sollten Sie den Kerzendocht kürzen und regelmäßig nachschneiden?
Denken Sie daran, den Docht auf etwa 5 bis 7 mm über der Wachsoberfläche zu kürzen, um Brennstörungen zu vermeiden (Pilzbildung am Docht, schwarzer Rauch, zu große Flamme usw.). Und ganz wichtig: Nicht der Docht speist die Flamme Ihrer Kerze, sondern das Wachs!
Die Flamme zieht das Wachs durch Kapillarwirkung im Docht nach oben. Ist er nicht kurz und sauber geschnitten, kann das Wachs die Flamme nicht erreichen. Das gilt für alle Dochtarten.
Zum Kürzen verwenden Sie am besten eine Dochtschere oder ein Metallstäbchen, mit dem Sie den Docht ins flüssige Wachs tauchen können.
Lassen Sie Ihre Kerze vor dem Kürzen einfach abkühlen, wenn keine Asche- oder Dochtreste im Wachs zurückbleiben sollen. Diese lassen sich viel leichter entfernen, wenn das Wachs hart und kalt ist!
Wenn Sie Ihren Docht neu zentrieren müssen, gehen Sie umgekehrt vor. Ein Docht lässt sich viel leichter ausrichten, wenn das Wachs weich und warm ist!
Wenn Sie den Docht kürzen und Rückstände aus dem flüssigen Wachs entfernen, bewahren Sie nicht nur die Qualität Ihrer Kreation, sondern vermeiden auch mögliche giftige Dämpfe, die bei schlecht gepflegtem Docht entstehen können.
Docht ersetzen, um eine Kerze ohne Docht zu Ende zu brennen
Löschen Sie zum Austauschen zunächst Ihre Kerze und lassen Sie das Wachs abkühlen. Den verbrauchten Docht können Sie dann mit einer Pinzette oder einem Buttermesser entfernen.
Sobald der alte Docht entfernt ist, schneiden Sie einen neuen Docht auf die gewünschte Länge zu und setzen ihn in die Kerze ein. Ist das Wachs um den Docht herum ausgehärtet, können Sie es leicht erwärmen, damit es weicher wird, bevor Sie den neuen einsetzen. Achten Sie darauf, dass er gerade steht und die Flamme beim erneuten Anzünden keine brennbaren Gegenstände berühren kann.
So führen Sie ganz einfach einen Brenntest für Ihre Kerzendochte durch
Stellen Sie für einen Brenntest die unbeduftete Kerze zunächst auf eine stabile, ebene Fläche. Zünden Sie sie dann an. Beobachten Sie anschließend, ob die Flamme gleichmäßig brennt und das Wachs gleichmäßig schmilzt. Flackert die Flamme oder schmilzt das Wachs ungleichmäßig, kann das ein Zeichen dafür sein, dass die Dochtwahl nicht stimmt. Nachdem Sie die Flamme 30 bis 60 Minuten lang beobachtet haben, löschen Sie die Kerze.
Worauf sollten Sie beim Brenntest eines Kerzendochts achten?
Was den Docht betrifft, sollten Sie während eines Brenntests vor allem auf folgende Punkte achten:
Die Kerzenflamme
Sie muss ruhig brennen und darf nicht flackern. Ist die Flamme zu hoch oder flackert sie übermäßig, kann das ein Zeichen dafür sein, dass der Docht nicht passt.
Für einen optimalen Abbrand sollten Sie die Kerze von Zugluft fernhalten, die die Flamme flackern lassen könnte. Sie können auch einen Kerzenhalter verwenden, damit die Kerze sicher steht und nicht umkippt. Lüften Sie Ihren Raum außerdem regelmäßig, löschen Sie dafür aber zuerst die Kerze. So vermeiden Sie jede Brandgefahr und sorgen für einen optimalen Abbrand Ihrer Kreation.
Wir raten davon ab, Ihre Kerze auszupusten. Verwenden Sie einen Kerzenlöscher: Er entzieht der Kerze die Luft, sodass weniger schwarzer Rauch und Ruß entstehen.
Die Flamme einer Kerze gliedert sich in verschiedene Leucht- und Temperaturzonen, die mit bloßem Auge gut zu erkennen sind:

(1) Kerzenkörper mit flüssigem Wachsbad.
(2) Zum Flammenrand gebogener Docht mit glühender Spitze.
(3) Blaue Zone:
- Im unteren Bereich der Flamme.
- Leuchtet in der Regel nur schwach.
- Temperaturanstieg durch Oxidation.
- Sauerstoffüberschuss.
(4) Dunkelzone:
- 600–1.000 °C
- Der Brennstoff verdampft.
- Geringer Sauerstoffgehalt.
- Kohlenstoffpartikel entstehen und sammeln sich an.
(5) Primäre Reaktionszone:
- Sehr heiße Oxidationszone.
- Temperaturen bis 1.400 °C.
- Nahezu vollständige Verbrennung.
(6) Leuchtzone:
- Beginnt in der primären Reaktionszone und endet an der Flammenspitze.
- Die Kohlenstoffpartikel glühen, während sie weiter erhitzt werden.
- Sie geben gelbes Licht ab und verbrennen beim Kontakt mit Sauerstoff.
Das Wachs
Es muss gleichmäßig um den Docht herum schmelzen. Schmilzt das Wachs ungleichmäßig, kann das ein Zeichen dafür sein, dass der Docht zu kurz oder zu lang ist. Nach dem Anzünden Ihrer Kreation bleibt am Rand Ihres Behälters wahrscheinlich etwas Wachs zurück.
Die Position des Dochts

Der Docht ragt gerade aus der Kerze heraus und biegt sich zum Flammenrand hin. Dort gelangt er in die „Glühzone“, wo er unter dem Einfluss von Sauerstoff bei der höchsten Temperatur vollständig verbrennt.
Ablauf der Brenntests für Ihre Kerzen
Das Testen Ihrer Kerzen ist ein entscheidender Schritt, um ihre Qualität, ihre Sicherheit und ein gutes Brennverhalten zu gewährleisten. Wir stellen Ihnen den Ablauf vor.
1. Dochte kürzen
Kürzen Sie die Dochte auf 5 bis 7 mm über der Wachsoberfläche. Ein richtig gekürzter Docht ist entscheidend für einen optimalen und sicheren Abbrand.
2. Platz wählen und Kerzen aufstellen
Stellen Sie Ihre Kerzen auf eine ebene, hitzebeständige Fläche, mit mindestens 10 cm Abstand zwischen den einzelnen Kerzen. Wählen Sie einen zugluftfreien Platz, den Sie von Ihrem Arbeitsbereich aus sehen, damit Sie die Kerzen während des Tests ständig im Blick haben.
3. Anzünden und erste Beobachtung
Zünden Sie Ihre Kerzen an und notieren Sie die Uhrzeit. Beobachten Sie während des Abbrands genau, wie sich Docht und Flamme verhalten.
4. Beobachtung nach 2 Stunden
Prüfen Sie nach 2 Stunden den Brennteller, das Aussehen des Dochts und das Verhalten der Flamme:
- Der Brennteller sollte idealerweise bis zum Behälterrand reichen.
- Notieren Sie, ob sich Ruß oder Kohleablagerungen am Docht gebildet haben.
5. Beobachtung nach 4 Stunden
Beobachten Sie nach 4 Stunden erneut den Brennteller und die Flamme und löschen Sie dann die Kerze. Darauf kommt es an:
- Der Brennteller sollte bis zum Rand reichen und etwa 1 bis 1,5 cm tief sein.
- Ist der Brennteller zu tief oder entsteht zu viel Ruß, kann das darauf hindeuten, dass der Docht zu groß ist.
6. Wiederholte Beobachtung bis zum Schluss
Lassen Sie die Kerze mindestens 5 Stunden abkühlen und wiederholen Sie die bisherigen Beobachtungen dann bei jedem Brennzyklus, bis die Kerze vollständig abgebrannt ist. So können Sie beurteilen, wie sich Ihr Docht über die gesamte Lebensdauer der Kerze bewährt, denn sein Verhalten kann sich mit der Zeit verändern.
Jetzt sind Sie bereit, Ihre Dochte optimal einzusetzen
Sie wissen nun, wie Sie die Flamme Ihrer Kreation bestens pflegen. Denken Sie daran, Ihren Docht zu testen und ihn während der gesamten Lebensdauer Ihrer selbst gemachten Kerze zu pflegen. Treten Probleme auf? Erfahren Sie, wie Sie die häufigsten Probleme mit Kerzendochten erkennen und beheben.