Stundenlang in unserem Sortiment zu stöbern, ist ein echtes Vergnügen – vor allem, wenn man weiß, dass es mehr als 500 in Grasse entwickelte Duftöle umfasst. So viel Zeit möchten Sie aber sicher nicht investieren, um zu verstehen, wie Sie Ihr Duftöl in Ihre Wachsmischung einrühren.

Soll Ihre Kerze so gut duften, wie es die Duftpyramide Ihres Duftöls verspricht, müssen Sie es richtig in Ihr Wachs einarbeiten. Folgen Sie dazu Schritt für Schritt unseren Tipps und nutzen Sie gerne unseren Wachs-/Duftrechner – das macht Ihnen das Leben leichter!



Womit kann man eine Kerze beduften?

Duftöl Baumwollblüte von Terre de Bougies in seiner Flasche

Bei so vielen Möglichkeiten stellt sich die Frage: Womit lässt sich eine selbst gemachte Kerze tatsächlich beduften?

Ätherische Öle eignen sich nicht zum Beduften von Wachskreationen.

Duftöle für Kerzen sind die Alternative der Wahl. Ob natürlich oder synthetisch – mit ihnen kreieren Sie einzigartige Düfte! Unverzichtbar ist jedoch, Duftöle zu wählen, die speziell für Kerzen entwickelt wurden, denn herkömmliche Duftstoffe können Bestandteile enthalten, die schlecht verbrennen.


Wie viel Duftöl gehört in meine Wachsmischung?

Bei der Herstellung von Duftkerzen ist es entscheidend, die richtige Menge Duftöl für Ihr Wachs zu bestimmen, damit Sie die gewünschte Duftwirkung erzielen. Dafür müssen Sie auch wissen, wie viel Wachs Sie benötigen. Hier zwei einfache Methoden, die sich gegenseitig ergänzen.


Wachs- und Duftölmenge für einen Behälter berechnen

Methode 1: für eine präzise Dosierung

Wenn Sie Ihren Behälter bereits haben, füllen Sie ihn bis zur gewünschten Höhe mit Wasser. Stellen Sie den gefüllten Behälter anschließend auf eine Waage, um das Wassergewicht zu ermitteln. Anhand dieses Werts bestimmen Sie die Menge an Wachs und Duftöl.

1 mL Wasser entspricht nicht 1 mL Wachs.
Die durchschnittliche Dichte von Wachs liegt bei etwa 0,9 g/mL.

Beispiel mit einem Behälter, dessen Wasserfüllung 100 g wiegt:

100 (Wassergewicht) × 0,9 (Wachsdichte) = 90 g → Gesamtmenge der Mischung (Wachs + Duftöl).

Für eine Dosierung von 10 % Duftöl:

90 × 0,10 = 9 g Duftöl

90 – 9 = 81 g Wachs

Wenn Sie Ihren Behälter noch nicht haben, sehen Sie auf unseren Produktseiten nach: Im Bereich „Verwendung“ finden Sie das Fassungsvermögen, angegeben in Wasser oder in Wachs.

Methode 2: schneller, aber weniger präzise

Beispiel:

Gewünschtes Gesamtgewicht: 100 g

Dosierung von 10 %:

  • 10 g Duftöl
  • 90 g Wachs

Das Duftöl macht also 10 % des Gesamtgewichts aus.


Welche Methode sollten Sie wählen?

Wenn Sie eine wirklich präzise Duftölkonzentration im Wachs wünschen, entscheiden Sie sich für Methode 1, die auf einer chemisch korrekten Berechnung beruht. Sie empfiehlt sich für Profis und für den Verkauf Ihrer Kerzen.

Wenn Ihnen Einfachheit wichtiger ist und Sie Ihre Kerzen für den Eigengebrauch oder in kleinen Mengen herstellen, reicht Methode 2 völlig aus. Sie ermöglicht eine schnelle, praktische Berechnung, wie sie in gängigen Hobbyanleitungen häufig verwendet wird.


Empfohlene Dosierung für Ihre Kerzen und Wachsfondants

Mehrere Faktoren können die Dosierung Ihres Duftöls beeinflussen, etwa wie intensiv das gewählte Duftöl ist und welche Wirkung Sie erzielen möchten. In der Regel wird eine Kerze mit 7 % oder 10 % dosiert. Testen Sie unbedingt jedes Duftöl, um die ideale Dosierung zu finden.

Bei duftenden Wachsfondants liegt die Dosierung in der Regel höher als bei Kerzen. Wir empfehlen eine Dosierung zwischen 10 % und 15 %. Je nach Ihren Vorlieben können Sie dieselben Berechnungsformeln anwenden.


Nutzen Sie unseren Wachs-/Duftrechner

Damit Ihre Mischungen ganz leicht gelingen, nutzen Sie unseren Wachs-/Duftrechner: Er berechnet die idealen Mengen automatisch.


Wann geben Sie das Duftöl hinzu?

Um ein Duftöl richtig einzuarbeiten, müssen Sie seinen Flammpunkt berücksichtigen. Das ist die Temperatur, ab der sich ein Stoff entzünden kann. Das Duftöl muss unterhalb seines Flammpunkts zugegeben werden.

Für eine homogene Mischung empfehlen wir, das Duftöl bei 75 bis 78 °C hinzuzufügen. Ist das Wachs zu kalt, verbindet es sich schlecht mit dem Duftöl, das sich dann am Behälterboden absetzen kann.


Den Flammpunkt Ihres Duftöls kennen

Jedes Duftöl hat seinen eigenen Flammpunkt, also die Höchsttemperatur, die beim Einrühren ins Wachs nicht überschritten werden darf. Sie finden ihn in Abschnitt 9.1 seines Sicherheitsdatenblatts (SDB). Da jedes Duftöl einen anderen Flammpunkt hat, ist es entscheidend, diese Angabe zu berücksichtigen, damit es sich im heißen Wachs gut einarbeiten lässt. Geben Sie Ihr Duftöl also immer bei einer Temperatur unterhalb seines Flammpunkts hinzu.

Wenn Sie Duftöle mischen, folgt der Flammpunkt einfach dem Mischungsverhältnis. In den allermeisten Fällen ist jedoch keine Berechnung nötig: Merken Sie sich vor allem, dass jedes Duftöl seinen eigenen Flammpunkt hat und dass Sie es immer bei einer Temperatur unterhalb dieses Werts hinzufügen müssen.

Den theoretischen bzw. zu erwartenden Flammpunkt der Mischung bestimmen Sie mit einer einfachen Formel:

(Flammpunkt Duftöl 1 × Anteil 1) + (Flammpunkt Duftöl 2 × Anteil 2) = zu erwartender Flammpunkt.

Beispiel: (50 × 0,6) + (90 × 0,4) = 66 °C

Weitere Möglichkeit: Um den Flammpunkt anzuheben, können Sie Isopropylmyristat in einer Menge von 10 % des Duftölvolumens zugeben.


Gönnen Sie Ihren Kerzen die nötige Reifezeit

Bei den meisten Wachskreationen empfiehlt es sich, Ihre Kerzen mindestens 48 Stunden reifen zu lassen. Idealerweise warten Sie eine Woche, um ihre volle Duftwirkung zu genießen. Zünden bzw. schmelzen Sie sie erst nach dieser Wartezeit. So kann sich der Duft entwickeln und mit dem Wachs verbinden – für eine optimale Duftentfaltung beim Abbrennen Ihrer Kreationen.


Jedes Duftöl hat seine eigene Dichte

Dieser Abschnitt ist nur für größere professionelle Produktionen (ab etwa 100 Kerzen) relevant.

Die Dichte gibt an, wie viel ein Duftöl bei einem bestimmten Volumen wiegt. Sie ist von Duft zu Duft verschieden. Für eine präzise Produktion sollten Sie diesen Wert kennen.


Die Dichte finden Sie in Abschnitt 9.1 der SDB

Sehen Sie dazu in unseren Sicherheitsdatenblättern nach, die Sie im Reiter „Konformität“ unserer Produktseiten finden: In Abschnitt 9.1 ist die Dichte angegeben – der erste Wert bei einer Temperatur von 20 °C, der zweite bei 4 °C. Denn sowohl die Umgebungstemperatur als auch der Luftdruck können das Ergebnis beeinflussen. Deshalb finden Sie jedes Mal zwei Werte; wir gehen jedoch davon aus, dass stets der niedrigere Wert maßgeblich ist.

Dichtewerte von 4 Bestsellern laut SDB

  • Monoï: 0,9820 / 1,0020
  • Baumwollblüte: 0,9110 / 0,9310
  • Liebesapfel: 0,9432 / 0,9632
  • Musty: 0,9115 / 0,9315

Das Duftöl Monoï hat zum Beispiel eine Dichte von 0,9820.


Die Dichte eines Duftöls verstehen

Die Dichte zeigt Ihnen einfach, wie viel ein Duftöl bei einem bestimmten Volumen wiegt. Anders als bei Wasser (1 mL = 1 g) kann jedes Duftöl bei gleichem Volumen ein anderes Gewicht haben.

Hat ein Duftöl zum Beispiel eine Dichte von 0,95, wiegt eine 30-mL-Flasche:

30 mL × 0,95 = 28,5 g

Dieser Wert ist vor allem bei großen Produktionen nützlich, wenn Volumen präzise in Gewicht umgerechnet werden müssen. Für den normalen Gebrauch genügt es in der Regel, direkt in Gramm zu arbeiten.


Professionelle Herstellung von Duftkerzen in großen Mengen

Das Gewicht eines Duftöls berechnen

Sie fragen sich vielleicht, wie Sie Gewicht in Volumen umrechnen und umgekehrt? Hier die Formeln, die Sie sich merken sollten:

  • Gewicht berechnen: Volumen × Dichte
  • Volumen berechnen: Gewicht ÷ Dichte

Um das Gesamtgewicht eines Duftöls zu berechnen, multiplizieren Sie sein Volumen (zum Beispiel 30 mL) mit der Dichte.

  • Monoï: 30 × 0,9820 = 29,46 g
  • Baumwollblüte: 250 × 0,9110 = 227,75 g
  • Liebesapfel: 1.000 × 0,9432 = 943,2 g
  • Musty: 5.000 × 0,9115 = 4.557,5 g

Das Gewicht von 30 mL Duftöl Monoï beträgt also 29,46 g.


Fazit

Ein Duftöl richtig in Ihre Wachsmischung einzuarbeiten, ist entscheidend für eine Duftkerze, die harmonisch und lange duftet. Wichtig ist, die Eigenschaften Ihres Duftöls genau zu kennen (Dichte, Flammpunkt), um es richtig zu dosieren.

Mit den Tipps aus diesem Artikel bestimmen Sie ganz einfach, wie viel Duftöl Sie je nach Wachsmenge für eine Kerze oder für Wachsfondants verwenden. Seifen zu beduften ist dagegen ein ganz anderes Verfahren, das wir in einem eigenen Artikel erklären.

Mit diesen bewährten Methoden kreieren Sie individuelle Duftkerzen, die Ihre Lieblingsdüfte voll zur Geltung bringen.