Entdecken Sie die Grundlagen, um Duftkerzen in Handarbeit selber zu machen, und stellen Sie ganz einfach Ihre eigenen Kerzen zu Hause her. Dieser Artikel richtet sich speziell an Einsteiger und gibt einen Überblick über alles Wesentliche, um den kreativen Ablauf und die Funktionsweise der Kerzenherstellung zu verstehen. Wenn Sie ein Thema vertiefen möchten, finden Sie weitere Details in den ausführlichen Fachartikeln unseres Kerzenratgebers.
Hochwertiges Material ist unerlässlich, um unter optimalen Bedingungen zu arbeiten und das Gelingen Ihrer Kreationen sicherzustellen.
Wenn Sie noch tiefer einsteigen möchten, stöbern Sie in unseren weiteren ausführlichen Anleitungen und Rezepten für Einsteiger: Dort finden Sie praktische Tipps, innovative Rezepte und Ratschläge, wie Sie die besten Rohstoffe auswählen.
Bevor Sie loslegen, empfehlen wir Ihnen einen Blick in unser umfassendes Glossar, damit Sie sich mit den Fachbegriffen der Kerzenherstellung vertraut machen können.
Duftkerzen verstehen und selbst herstellen
Wenn Sie Duftkerzen selber machen möchten, sollten Sie zunächst verstehen, wie sie funktionieren. Meist werden Duftkerzen in Behältern gegossen: in Gläsern, Tiegeln, Gefäßen usw.
Das Wachs für beduftete Behälterkerzen unterscheidet sich vom Wachs für Formkerzen.
Eine Duftkerze ist dazu da, einen Duft zu verströmen, und genau der sorgt für ein unverwechselbares Dufterlebnis.
Sobald das Wachs rund um den Docht heiß und flüssig ist, entfaltet sich der Duft. Deshalb ist es wichtig, ein Wachs zu wählen, das zur Kerzenart passt, am besten ein weiches, öliges Wachs, das schon bei niedriger Temperatur flüssig wird.
Wir konzentrieren uns vor allem auf Behälterkerzen, also direkt ins Gefäß gegossene Kerzen, gehen aber hin und wieder auch auf Formkerzen ein, damit Sie die feinen Unterschiede zwischen diesen beiden Kerzenarten verstehen.
Das passende Wachs für Ihre Kerze wählen
Zunächst einmal ist es wichtig, ein Wachs mit guter Haftung am Glas zu verwenden. Je weicher und öliger das Wachs ist, desto besser haftet es am Gefäß. Die richtige Wahl ist daher entscheidend für das Gelingen Ihrer Kreation. Ein Wachs lässt sich zwar an fast jede Situation anpassen, doch manche Wachse eignen sich für bestimmte Anwendungen deutlich besser als andere.
Auf jeder Produktseite unserer Wachse finden Sie Angaben zur Verarbeitung, Temperaturempfehlungen usw. Lernen Sie jetzt die verschiedenen Wachsfamilien kennen.
Pflanzliche Wachse (Soja-, Raps-, Olivenwachs …)
Pflanzliche Wachse für Duftkerzen harmonieren gut mit unseren Duftölen. Manchmal müssen sie mit Zusätzen wie Stearin gemischt werden, damit Abbrand und Duftabgabe optimal sind. Einige Wachse sind jedoch gebrauchsfertig und steigern Ihre Produktionskapazität erheblich.
Für Behälterkerzen empfehlen wir Ihnen folgende Wachse:
- Sojawachs Cargill C3 (Geben Sie für ein optimales Ergebnis 5 % Stearin hinzu). Dieses Wachs ist sehr vielseitig und eignet sich für nahezu alle Kreationen, ist aber anspruchsvoller in der Verarbeitung.
- Sojawachs Kerax 4130, ideal für Einsteiger. Dieses Wachs ist einfach zu verarbeiten.
- Raps-, Kokos- oder Olivenwachs für Behälterkerzen: Sie sind weniger verbreitet, liefern aber schöne Ergebnisse.
Für Ihre Formkerzen greifen Sie zu folgenden Wachsen:
- Kerax-Sojawachs für Formkerzen 4120. Es lässt sich am einfachsten verarbeiten.
- Rapswachs für Formkerzen RAPS. Es wird sehr häufig verwendet, ist aber anspruchsvoller in der Verarbeitung.
- Sie können auch zu Oliven- und Kokoswachs für Formkerzen greifen. Diese Wachse sorgen für ein makelloses Ergebnis mit unglaublichem Glanz. Sie werden immer beliebter!
Rapswachs hat zum Beispiel einen niedrigeren Schmelzpunkt als Sojawachs, was sich auf seine Verarbeitung auswirkt.
Die Vorteile pflanzlicher Wachse
Sie sind pflanzlichen Ursprungs und damit deutlich umweltfreundlicher. Die Brenndauer ist wesentlich länger als bei Paraffinwachs.
Die Nachteile nachhaltiger Wachse
In manchen Fällen müssen Sie eine Mischung herstellen (Sojawachs oder Rapswachs + 5 % Bienenwachs + 5 % Stearin), um ein optimales Ergebnis bzw. einen optimalen Abbrand zu erzielen.
Mineralische Wachse (Paraffin)
Paraffinwachs ist heute wegen seiner Zusammensetzung weit weniger gefragt. Dennoch harmoniert es hervorragend mit Duftölen und Kerzenfarben. Außerdem brennt es gleichmäßig und ruhig ab und sorgt so für eine bessere, kontinuierliche Abgabe Ihres Lieblingsdufts. Es ist eine sehr vielseitige Option und zählt zu den besten Wachsen, die Sie verwenden können.
Vorteile mineralischer Wachse
Paraffinwachs lässt sich problemlos einfärben und beduften. Es bietet die beste Duftabgabe. Dank seiner einfachen Verarbeitung ist es für Einsteiger eine empfehlenswerte Wahl.
Nachteile von Paraffinwachs
Die Brenndauer ist kürzer als bei pflanzlichen Wachsen. Trotz der guten Qualität unseres Paraffins handelt es sich um ein Wachs aus Erdöl.
Tierische Wachse (Bienenwachs)
Bienenwachs ist bekannt für unbeduftete Formkerzen und als Zusatz in Seifen, wird aber auch für Behälterkerzen verwendet. In beduftete Behälterkerzen gehört es als unverzichtbarer Zusatz, weil es Duftentfaltung und Optik des Wachses deutlich verbessert. Bienenwachs ist das einzige Wachs, das als natürlich bezeichnet werden kann.
Die Vorteile tierischer Wachse
Es ist ein 100 % natürliches Wachs aus dem Bienenstock und einfach zu verarbeiten. Außerdem verbessert es die Abgabe bestimmter leichterer Düfte.
Die Nachteile von Bienenwachs
Bienen werden immer seltener, und garantiert reines Bienenwachs, zu 100 % tierischen Ursprungs, wird immer knapper! Das schlägt sich in einem hohen Kilopreis nieder.
Womit lässt sich eine Kerze beduften?
Sie können speziell dafür entwickelte Duftöle verwenden. Mit unseren Düften aus Grasse verleihen Sie Ihrer Kreation genau den gewünschten Duft. Wir bieten Ihnen eine große Auswahl von über 500 Duftölen aus Grasse, der Hauptstadt der französischen Parfümerie, in den unterschiedlichsten Duftrichtungen, zum Beispiel holzig, fruchtig oder Gourmand.

Das passende Duftöl wählen
Duftöle für Kerzen
Unsere Duftöle werden in Grasse in der Provence entwickelt. Sie sind speziell auf die Duftabgabe in Kerzen abgestimmt. Über 500 Duftöle aus vielfältigen Duftwelten sind erhältlich, davon über 200 ohne CMR-Stoffe!
Ätherische Öle für Ihre Kerzen
Vorsicht bei ätherischen Ölen: Sie sind zwar natürlich, für die Duftabgabe Ihrer Kerze aber nicht ideal und unter Umständen sogar gefährlich.
Wie viel Duftöl gehört in eine Duftkerze?
Je nach Konzentration dosieren Sie Ihr Duftöl mit 5 bis 10 % pro kg Wachs.
Ein Beispiel: Ein Kerzenduftöl wie „Jasmin“ ist deutlich intensiver als „Reispuder“. Die Dosierung hängt von der gewünschten Intensität, Ihrem persönlichen Empfinden und dem Duft selbst ab.
Außerdem bieten wir eine einzigartige Spezialreihe mit einer Dosierung von nur 1 % an! Jeder Duft dieser revolutionären Reihe benötigt bei 1 % keine UFI-Meldung und nur eine vereinfachte Kennzeichnung.
Unser Ratgeber verschafft Ihnen Klarheit, und darüber hinaus bieten wir Ihnen ein sehr praktisches Tool an: unseren Wachs-/Duftrechner.
Die größte Herausforderung: der passende Docht
Die Wahl des Kerzendochts ist entscheidend für das Gelingen einer Duftkerze. Ein zu starker Docht erzeugt eine viel zu große Flamme. Die Folge: Rauchbildung ...
Ist der Docht dagegen zu schwach, brennt Ihre Kerze schlecht ab: Die kleine Flamme ist nicht kräftig genug, um das Wachs zu verflüssigen und so den Duft zu verbreiten. Die Wahl des Dochts bleibt knifflig und hängt von der Art der Kreation, der Wachsart, dem Behälterdurchmesser usw. ab.
Keine Sorge! Wir haben einen ausführlichen Ratgeber zur richtigen Auswahl und Verwendung Ihres Dochts verfasst, der Ihnen auch hilft, typische Probleme zu beheben.
Gewachste Dochte für Ihre Duftkerzen
Wir empfehlen Ihnen gewachste Dochte aus unserer Reihe „Series“, etwa TCR, STABILO, ECO oder LX, für Ihre Behälterkerzen, raten aber davon ab, sie für Formkerzen zu verwenden.
Im Fokus: die Vorteile gewachster Series-Dochte
Sie sind mit pflanzlichem oder mineralischem Wachs beschichtet, der Dochtfuß erleichtert das Platzieren am Glasboden, und sie lassen sich schnell anzünden. Bei großen Produktionsmengen ist das eine enorme Zeitersparnis.
Die Nachteile
Diese Dochte sind in der Handhabung etwas empfindlich, was die Verarbeitung erschweren kann, besonders für Einsteiger.
Die Unterschiede innerhalb unserer Series-Reihe TCR, ECO, STABILO und LX
Hier die wichtigsten Merkmale und Unterschiede der gewachsten Series-Dochte für Ihre Duftkreationen:
- TCR-, ECO- und STABILO-Dochte: Diese Dochte sind mit einer Mischung aus pflanzlichem Wachs (Sojawachs) und tierischem Wachs (Bienenwachs) beschichtet und bestehen aus doppelt geflochtener Baumwolle. Sie eignen sich besonders für pflanzliche Wachse. Ein Papierkern im Inneren verleiht ihnen die ideale Steifigkeit für Behälterkerzen, sodass der Docht im Brennteller weder umkippt noch ertrinkt. TCR-Dochte eignen sich auch für Behälter mit größerem Durchmesser. TCR-Dochte sind geflochten, ECO- und STABILO-Dochte dagegen gedreht.
- LX-Dochte: Diese steifen Dochte aus gesponnener Baumwolle sind speziell für beduftete und gefärbte Kerzen optimiert und eignen sich besonders für Paraffinwachse. Sie sorgen für einen verbesserten Abbrand und sind damit eine ausgezeichnete Wahl für Kerzen, die gleichmäßig abbrennen sollen.
Unsere Dochte sind unbehandelt und entsprechen der europäischen REACH-Verordnung.
Selbstverständlich können Sie auch unbeschichtete Flach- oder Runddochte verwenden.
Holzdochte aus Kirschholz
Sie sind originell, knistern beim Abbrennen angenehm leise und sorgen für ein schönes Ergebnis bei Ihren Behälterkerzen, können Ihr Wachs aber (manchmal) leicht verfärben. Das ist normal.
Vorteile von Holzdochten
Im Vergleich zu Baumwolldochten erzeugen Kirschholzdochte weniger Ruß und Rauch, was die Lebensdauer Ihrer Kerze verlängert und Rückstände verringert. Ihr sanftes Knistern bereichert zudem das Sinneserlebnis.
Diese langlebigen Dochte nutzen sich nicht so schnell ab wie Baumwolldochte. Da sie aus natürlichen, nachwachsenden Materialien bestehen, sind sie eine umweltfreundlichere Wahl.
Ein paar Nachteile gibt es dennoch
Ihre Vorteile haben ihren Preis. Kirschholzdochte sind in der Regel teurer als Baumwolldochte, was sich auf die Gesamtkosten Ihrer Kerze auswirken kann.
Trotz ihrer vielen Vorteile sind diese Dochte beim Platzieren und in der Handhabung etwas eigenwilliger. Sie müssen präzise arbeiten, damit sie gerade stehen bleiben, während das Wachs erstarrt.
Gelegentlich kann sich Ihr Wachs durch eine ganz normale Reaktion leicht verfärben.
Ein Behälter oder eine Gießform, die Ihre handgemachte Duftkerze zur Geltung bringt
Glas, Keramik, Metall oder Aluminiumdose: Die Auswahl ist riesig! Wichtig ist, möglichst einen mittelgroßen Behälter zu wählen, denn an einem Duft hat man sich recht schnell satt gerochen. Außerdem muss er ausreichend hitzebeständig sein und vor dem Gießen des Wachses vorgewärmt werden.
Im Durchschnitt werden Kerzen mit 120 bis 180 Gramm und einer Brenndauer von 25 bis 40 Stunden angeboten. Ein originelles Design oder eine besondere Verpackung zieht die Aufmerksamkeit Ihrer Kundschaft oder Ihrer Liebsten auf sich.
Für eine Formkerze wählen Sie eine Gießform, die zu Ihrem Wachs passt, und gießen Ihre Mischung hinein.
Denken Sie daran, ein AFNOR-Sicherheitsetikett anzubringen, um Ihre Kundschaft zu informieren (Pflicht für Gewerbetreibende). Wenn Sie Ihre Kreationen verkaufen möchten, müssen Sie außerdem die geltenden europäischen Kennzeichnungsvorschriften einhalten (CLP, UFI usw.).
Lassen Sie Ihre Kerzen mindestens 48 Stunden ruhen. Wir empfehlen Ihnen, etwa 1 Woche zu warten, bevor Sie sie anzünden. So hat der Duft Zeit, zu reifen und sich mit dem Wachs zu verbinden, und entfaltet sich beim Schmelzen Ihrer Kreationen besser.
Fazit
Üben Sie sich in Geduld! Eine Duftkerze ist wie Kochen: ein Gericht = ein Rezept. In der Welt der Kerzenherstellung gilt diese Regel ebenso. Die Dosierung des Duftöls hängt vom Duft, von der Wachsart, vom Docht und vom Behälter ab. Werfen Sie gern einen Blick in unsere verschiedenen Ratgeber!
Beispiel: Sie haben gerade eine wunderschöne Duftkerze im Glas hergestellt. Nun beschließen Sie, dieselbe Mischung und denselben Docht für eine Reisekerze in einer Aluminiumdose zu verwenden. Sie zünden Ihre Reisekerze an, und nichts funktioniert wie bei der Kerze im Glas!? Ganz einfach: Glas erwärmt sich schneller als eine Aluminiumdose ... Sie müssen also einen anderen Docht wählen und Ihre Wachsmischung anpassen.
Wenn Sie mit dem Herstellen von Duftkerzen beginnen möchten, sollten Sie die Wachsart und den passenden Docht sorgfältig auswählen.
Auch Formkerzen lassen sich beduften, sie entfalten ihren Duft aber nicht so wie eine Duftkerze im Behälter. Entdecken Sie alle Geheimnisse rund um die Herstellung von Formkerzen.
Wir begleiten Sie gern telefonisch oder in unseren Kursen und beraten Sie bei Ihren kreativen Entscheidungen.