Für die Kerzenherstellung sind Duftöle, die eigens für diesen Zweck entwickelt wurden, ideal und sehr zu empfehlen. Diese Duftöle sorgen für eine gute Duftabgabe, sind hitzebeständig und garantieren ein optimales Dufterlebnis.

Dennoch kann es bei der Herstellung zu gewissen Schwierigkeiten kommen – selbst wenn Sie geeignete Duftöle verwenden. In diesem Artikel helfen wir Ihnen, die häufigsten Probleme zu erkennen und konkrete Lösungen zu finden.

Zur Erinnerung: Ätherische Öle sind dafür nach wie vor wenig geeignet. Aus verschiedenen Gründen, die wir im vorherigen Artikel erläutert haben, eignen sie sich nicht für die Kerzenherstellung.


Warum tritt das Duftöl an der Oberfläche meiner Kerze aus?

Einige Tage nach dem Gießen Ihrer Kerze bemerken Sie vielleicht Flüssigkeit an der Oberfläche, begleitet von einem sehr intensiven Geruch. Dieses Phänomen, das sogenannte Ausschwitzen, wird häufig durch zu viel Duftöl oder durch eine Zugabe bei zu niedriger Temperatur verursacht. Der Duft kann sich dann nicht richtig mit dem Wachs verbinden – die Folge sind eine sichtbare Trennung und eine ungleichmäßige Duftabgabe beim Abbrennen.

Mischen Sie das Duftöl bei 72 °C bis 75 °C unter

Damit sich Wachs und Duft gut verbinden, geben Sie das Duftöl hinzu, wenn das Wachs eine Temperatur zwischen 72 °C und 75 °C erreicht hat. Diese Temperatur ist ideal, vor allem für zähflüssige Duftöle, denn so kann sich der Duft gleichmäßig verteilen.

Rühren Sie 2 Minuten lang behutsam um

Gründliches Mischen ist entscheidend: Rühren Sie Ihr beduftetes Wachs mindestens 2 Minuten lang behutsam um. So kann sich das Duftöl vollständig mit dem Wachs verbinden. Rühren Sie kurz vor dem Gießen in Ihre Behälter noch einmal um, damit die Mischung perfekt homogen ist.

Passen Sie die Duftölmenge an

Mehr Duftöl bedeutet nicht automatisch einen stärkeren Duft. Jedes Wachs kann nur eine bestimmte Höchstmenge an Duftöl aufnehmen, und wird diese Grenze überschritten, kann es zu Problemen kommen. Wir empfehlen 5 % bis 10 % Duftöl für Ihre Kerzen und 10 % bis 15 % für Ihre Wachsfondants – ausgenommen spezielle Duftöle, die mit 1 % dosiert werden.


Das Duftöl vermischt sich schlecht oder entfaltet keinen Duft

Sie stellen fest, dass sich Ihr Duftöl nicht richtig mit dem Wachs vermischt oder dass Ihre Kerze beim Brennen keinerlei Duft abgibt.

Lassen Sie Ihre Kerzen ausreichend aushärten

Für eine optimale Duftabgabe lassen Sie Ihre Kerzen mindestens 48 Stunden ruhen. Idealerweise warten Sie eine Woche, bevor Sie sie anzünden oder schmelzen lassen. In dieser Zeit verbindet sich der Duft harmonisch mit dem Wachs, was die Duftabgabe beim Abbrennen verbessert.


Fazit

Mit den richtigen Handgriffen vermeiden Sie unliebsame Überraschungen und können Ihre Duftkreationen voll und ganz genießen. Da jeder Duft einzigartig ist, sollten Sie diese Empfehlungen unbedingt an die verwendete Duftöl- und Wachsart anpassen.

Duftöle können sich im Laufe der Zeit auch verändern, um gesetzlichen Vorgaben und Einschränkungen bei den Rohstoffen Rechnung zu tragen. Mehr über diese Änderungen erfahren Sie in unserem Artikel „Reformulierung von Duftölen: Was bedeutet das für Ihre Duftkreationen?“.